Friday, 7.4.2017, 14:00 - 15:00 Uhr
 Hall 8.1 Conference Room, 2 + 3

Vortragsreihe zum Fachtag "KlassenMusizieren"

  • Klassenmusizieren im Kontext von Kultureller Bildung und Teilhabe
  • Was passiert, wenn der Lehrer nicht mehr hinschaut?
  • Musik bewerten und beurteilen
Klassenmusizieren im Kontext von Kultureller Bildung und Teilhabe
In der deutschen Bildungslandschaft haben sich in den letzten Jahren zahlreiche musikalische Bildungsangebote wie Jedem Kind ein Instrument, JeKISS, MUBIKIN u.ä. in den Kitas, Kindergärten und Grundschulen etabliert. In den weiterführenden Schulen finden sie ihr Pendant in Bläserklassen, Streicherklassen, Percussionklassen, Chorklassen und weiteren Musikklassenkonzepten. Das Musizieren im Klassenverband ist im Rahmen dieser Konzepte konstitutiv. Eingebettet ist diese positive Entwicklung in einen breiten Konsens darüber, dass musikalische Bildung und Teilhabe allen Kindern unabhängig von ihrer sozialen Herkunft offen stehen sollten. Der Vortrag geht auf Ergebnisse aus dem Forschungsprojekt Wirkungen und langfristige Effekte musikalischer Angebote ein und thematisiert die Frage, inwiefern Musikklassen bzw. das Klassenmusizieren Türöffner für weitergehende Teilhabe an Musikkultur sein können. Ein Fokus wird dabei auf dem Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe 1 liegen. 
Dr. Valerie Krupp-Schleußner Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover – Institut für musikpädagogische Forschung  

Was passiert, wenn der Lehrer nicht mehr hinschaut?
Musikalische Interaktionen und Kooperationen von Schülerinnen und Schülern – An einem Wiener Gymnasium lernen Schülerinnen und Schüler im Musikunterricht Blasinstrumente nach dem Modell der Musikklasse: Das integrative Konzept verbindet den Instrumentalunterricht, den allgemein bildenden Musikunterricht und das Spielen im Klassenorchester. Der Vortrag beleuchtet die Perspektive der Lernenden und die Ebene des Miteinanders in diesem Projekt: Wie nehmen die Schülerinnen und Schüler die besondere Lernumgebung wahr? Wie lernen die Schülerinnen und Schüler von- und miteinander? Wie wirkt sich der Austausch und die Interaktion mit den Mitlernenden auf das musikalische Lernen aus?
Prof. Dr. Thade Buchborn, Hochschule für Musik Freiburg – Musikpädagogik (Schulmusik)
 

Musik bewerten und beurteilen
Das aus musikpädagogischer Sicht spannende Feld physiologische und psychologische Daten zum Thema Musiklernen zu erheben wurde in den letzten Jahren am Department für Musikpädagogik kultiviert. Aus der Vielzahl von Erhebungen mittels Biofeedbackgeräten, Polaritätsprofilen und Interviews, durchgeführt mit unterschiedlichen Altersstufen, konkretisierten sich einige Fragestellungen in besonderem Maße:
- W
elche Rolle spielen physiologische Erregungen und kognitive Verarbeitungen beim Hören von Musik in Bezug auf musikbezogene Kommunikation?

- Beteiligen sich SchülerInnen am Unterrichtsprozess auch dann, wenn sie Musik besonders positiv oder negativ bewerten und welche Rolle spielt die Bewertung im Hinblick auf kognitive Verarbeitungsprozesse und Beteiligung am Unterricht?
-
Bewerten und beschreiben nicht musizierende und musizierende Schüler Musik unterschiedlich?
Im Vortrag werden wesentliche Einblicke in die Ergebnisse einer 2016 abgeschlossenen Studie gegeben, wobei der Einfluss des Klassenmusizerens auf Musikunterricht besonders thematisiert wird.  
Prof. Dr. Armin Langer, Universität Mozarteum Salzburg/Innsbruck


Subject to change without notice
  • Sprecher: Institut für musikpädagogische Forschung, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

    Valerie Krupp-Schleußner studierte Musik, Französisch und Erziehungswissenschaften für das Lehramt an Gymnasien in Würzburg und Paris. Nach dem Referendariat in Berlin war sie dort im Schuldienst tätig. Ihr Promotionsstudium absolvierte sie von 2013-2016 an der Universität Bremen im Rahmen des JeKi-Forschungsprojektes "Wirkungen und langfristige Effekte musikalischer Angebote“ (Wilma). Zurzeit arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin (PostDoc) an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover, wo sie sich schwerpunktmäßig mit den Themen informelles Musiklernen, Inklusion und Unterrichtsforschung befasst. Sie unterrichtet Musikdidaktik und -pädagogik im Rahmen der Lehramtsausbildung.


  • Sprecher: Musikpädagogik (Schulmusik), Hochschule für Musik Freiburg

    Nach dem Studium der Musik, Germanistik und Erziehungswissenschaften für das Lehramt (1999 – 2005), einem Weiterbildungsstudium für Musikvermittlung/Konzertpädagogik und einem Magister Artium mit Auszeichnung in den Hauptfächern Germanistik und Musikpädagogik an der Universität Bielefeld und der HfM Detmold promovierte Thade Buchborn 2011 im Fach Musikpädagogik. Im Verlauf seines Werdegangs sammelte er u. A. Erfahrungen als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, als Lehrer an verschiedenen allgemeinbildenden Schulen und mit der Konzeption und inhaltlichen Betreuung des Schülerprogramms „Kolumbus-Klassik entdecken“ als Musikvermittler und Konzertpädagoge am Festspielhaus Baden-Baden. Derzeit leitet Thade Buchborn als Professor für Musikpädagogik den Studienbereich Lehramt Musik an der Hochschule für Musik Freiburg.


  • Sprecher: Universität Mozarteum Salzburg/Innsbruck

    Dr. Langer studierte zunächst Betriebswirtschaft und anschließend Lehramt (Musik und Sport) an der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt (1976-1982), bis er 1992 promovierte. An der Universität Frankfurt/Main war Dr. Langer als Lehrbeauftragter für das Institut für Musikpädagogik von 1996-1998 für fachwissenschaftliche und fachdidaktische Seminare tätig, 1999 wurde er zum Rektor als Ausbildungsleiter - Musik. Dr. Langer ist Mitbegründer der UNI-Big Band Frankfurt/Main, Leiter verschiedener Jazzensembles, gründete 2003 gemeinsam Prof. Dr. Oebelsberger die Forschungsinitiative "MFÖ" (Musikpädagogische Forschung Österreich) und war bis 2014 stellvertretender Sprecher des Forum Europäische Musikpädagogik (FEMP). Heute ist er außerdem Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik an der Universität Mozarteum Salzburg.